Christian Spitzenstaetter: Max & Moritz - eine Kinderoper in 7 Streichen

Eine Kinderoper auf die Füße zu stellen, ist keine leichte Aufgabe. Aber es gelang heuer unter der Gesamtleitung der Wörgler Gesangspädagogin Maria Knoll-Madersbacher (künstlerische Leitung Johannes Puchleitner) bei der Academia Vocalis in beeindruckender Art.

Wenn der Dirigent zum Megafon greift

"Der junge Wörgler Komponist Christian Spitzenstaetter schrieb eine auf viel Schlagwerk basierende Musik, nahm dabei Bedacht auf die Jugend der Darsteller, die dann aber die ihnen zugemuteten Intervallsprünge sicher meisterten."

Von Wolfgang Otter (Tiroler Tageszeitung am 14. September 2016) 

Wörgl - Die Streiche der beiden Buben Max und Moritz von Wilhelm Busch bildeten die Vorlage für die Kinderoper, das Libretto schrieb Walter Hohenauer, der die legendären Wörgler Bruggenhocker (eine tolle Leistung des jungen Chores) mit ins Geschehen einband. Angeblich soll Busch auch in Wörgl beim dritten Streich von Max und Moritz (Schneider Böck) beeinflusst worden sein. Der junge Wörgler Komponist Christian Spitzenstaetter schrieb eine auf viel Schlagwerk basierende Musik, nahm dabei Bedacht auf die Jugend der Darsteller, die dann aber die ihnen zugemuteten Intervallsprünge sicher meisterten. Spitzenstaetter dirigierte die Uraufführung im Wörgler Komma praktischerweise gleich selbst, das Ensemble Komp.Art setzte seine Vorgaben alle bravourös um. Die Musik ist die eine Seite dieser Oper, die schauspielerlische Umsetzung die andere. Und da fiel Regisseur Norbert Mladek rund um sein selbst entworfenes Bühnenbild - beschränkt auf eine Brücke - viel ein. Er ließ die Bruggenhocker und Max und Moritz als Punks durch die Gegend springen (Kostüme Karin Waltenberger), die Musiker über die Bühne marschieren, und als Lehrer Lämpels Pfeife zu explodieren droht, muss Dirigent Spitzenstaetter mittels Megafon warnen. Alexander Schrattenthaler ließ das Ganze im richtigen Licht erscheinen. Das alles lässt sich aber nur machen, wenn man Kinder findet, die das umzusetzen vermögen. Begeisternd waren David Bramböck (Max), Adrian Laner (Moritz), Theresa Thaler, Marcel Peer, Katalin Orcsik, Johannes Schlögl, Valentin Angerer, Julia Janiczek, Magdalena und Theresa Rohregger in den Soli. Und nicht weniger die beiden Chöre. Alle trotzten dabei tapfer der schwierigen Akustik des in diesem Fall zu kleinen und zu niedrigen Wörgler VZ Komma.