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Johann Sebastian Bach: h-Moll-Messe Drucken E-Mail

Bachs letztes großes Vokalwerk, die h-Moll-Messe, erfuhr am Sonntag in der Markgrafenkirche in Seibelsdorf eine zutiefst beeindruckende Aufführung. Das Publikum war restlos begeistert.

Ovationen für große Dramatik

"Der Chor erreichte dabei einen präzisen, harmonischen Zusammenklang, auch mit den Solisten, die eine glänzende Leistung boten. Sopran Christine Wolff, Mezzosopran Stefanie Schmitt, Tenor Johannes Puchleitner, Bass Daniel Blumenschein: In der großartigen Akustik des Seibelsdorfer Gotteshauses konnten diese ihre herrlichen Stimmen voll entfalten."

Von Heike Schülein (inFranken.de, 17. November 2015)

Seibelsdorf - Fulminant steigert sich die Schlussbitte "Dona nobis pacem" mit einer Eindringlichkeit, die einem Schauer über den Rücken laufen lässt. Gänsehaut-Gefühl am Ende eines wunderbaren Konzerts. "Dona nobis pacem" - "Gib uns den Frieden!", ein Wunsch, der so oft ungehört verhallt, gerade in diesen Tagen. Das Flehen stand am Ende von Bachs h-Moll-Messe, die am Sonntag in der Markgrafenkirche in Seibelsdorf erklang. Nach über zwei Stunden nahmen die Sänger noch einmal all ihre Kraft für dieses großartige Finale zusammen.

Ein Höhepunkt der Musikliteratur

Mit der Missa nahm sich der Dekanats-Chor Kronach, unterstützt von Mitgliedern des süddeutschen Arztechores, dem Ansbacher Kammerorchester und den Ansbacher Hoftrompetern sowie glänzenden Solisten, einer Tonschöpfung an, die zweifellos zu den Höhepunkten der Musikliteratur zählt. Klangprächtig und ergreifend bündelt das Kunstwerk noch immer das, was die Menschen bewegt.

Die Sätze Kyrie und Gloria komponierte Bach 1733, während die übrigen Teile erst in seinen letzten Lebensjahren ihre endgültige Gestalt erhielten - teilweise zusammengesetzt aus bis ins Jahr 1714 zurückreichende Vorlagen. Daraus entstand, so der Dekanatskantor Marius Popp in seiner Einführung, eines der größten Werke der ganzen Musikgeschichte mit einem nachhaltigen Einfluss auf nachfolgende Musikergenerationen. "Seine immense Bedeutung belegt auch die kürzlich erfolgte Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe."

Popp hat sich dieses Meilensteins der Musikgeschichte anlässlich des 330. Geburtstages des Altmeisters angenommen.  Vom ersten Choranruf, dem einleitenden "Kyrie" in h-Moll, bis zum "Dona nobis pacem" in D-Dur: Die Mitwirkenden, die den Abend den Opfern der Terroranschläge von Paris und deren Angehörigen widmeten, wurden den hohen Erwartungen voll gerecht. Die Zuhörer erlebten eine beeindruckende Darbietung des Monumentalwerkes, eine Aufführung voller Tiefe und Wahrhaftigkeit, die Spuren im Gemüt der Zuhörer hinterließ.

Königsklasse der Chormusik

Vom strahlenden "Gloria", über das feierliche "Sanctus" und das überwiegend vom Chor getragene "Credo" - Höhepunkt der gesamten Messe - bis zu den dramatischen Phasen des "Crucifixus" und dem flehenden "Dona nobis pacem": Die Sänger konnten die Intention ihres Dirigenten Marius Popp hervorragend umsetzen. Umsichtig, fordernd und motivierend vermochte sie der Dekanatskantor zu einem homogenen, lebendigen Chorklang zu inspirieren, mit einer über den gesamten Zeitraum von mehr als zwei Stunden hinweg nie nachlassenden Konzentration.

Der Chor erreichte dabei einen präzisen, harmonischen Zusammenklang, auch mit den Solisten, die eine glänzende Leistung boten. Sopran Christine Wolff, Mezzosopran Stefanie Schmitt, Tenor Johannes Puchleitner, Bass Daniel Blumenschein: In der großartigen Akustik des Seibelsdorfer Gotteshauses konnten diese ihre herrlichen Stimmen voll entfalten.

Abgerundet wurde das prächtige Klangerlebnis, das von langer und intensiver Vorbereitung zeugte, vom nuanciert und innig musizierenden Orchester. Die Musiker trugen in hohem Maße zum besonderen Klangbild einer authentischen und stilgerechten Wiedergabe bei. Die melodische Schönheit des Barock eines Johann Sebastian Bach - sie bleibt wohl unerreicht.

Arm Ende zeigten sich die zahlreichen Besucher, die mit Freude zweieinhalb Stunden lang in den Sphären Bachscher Musik wandelten, restlos begeistert. Sie dankten den Mitwirkenden mit nicht enden wollendem Beifall und stehenden Ovationen für die tief bewegende Wiedergabe dieses einmalig schönen Werks.

Nachdem der Applaus nicht abebbte, stimmte der Chor noch einmal mit den Solisten das Gotteslob "Hosanna in Excelsis" an, als Zeichen überschwänglicher Freude und als fulminanter Schlusspunkt des beeindruckenden musikalischen Glaubensbekenntnis.

 
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