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Enjott Schneider: Schwabenkindermesse Drucken E-Mail

Ein groß angelegtes Chor- und Orchesterkonzert mit Werken von Mozart und Mendelssohn-Bartholdy sowie die Aufführung der "Schwabenkindermesse" von Enjott Schneider stieß auf Interesse, so dass sich viele KonzertbesucherInnen in der Pfarrkirche Hatlerdorf in Dornbirn einfanden. Der Vorarlberger Madrigalchor, das Collegium Instrumentale, der Kirchenchor Schruns und der Basilikachor Weingarten musizierten zusammen unter der Leitung von Guntram Simma. Das gut programmierte Konzert wurde bereichert durch die Sopranistin Judith Bechter und den Tenor Johannes Puchleitner.

Imposante und effektvolle Chor- und Orchestermusik

"Das helle Timbre von Johannes Puchleitner charakterisierte die Kantate "Kommt, lasst uns anbeten" aus dem Psalm 95, op. 46 von Felix Mendelssohn Bartholdy hervorragend. Textdeutlich sang der Tenor über einem starken Fundament, das ihm die tiefen Register des Orchesters boten."

Von Silvia Thurner (kulturzeitschrift.at, 5. Juni 2012)

Die Schwabenkindermesse ist ein sonderbares Werk mit einer außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte. Denn ursprünglich ist die Musik zum Film "Die Schwabenkinder" von Jo Baier entstanden. Nach dem "Schnittmuster" von Charles Gounods "Cäcilienmesse" hat sie der deutsche Komponist Enjott Schneider komponiert. Später ergänzte der Komponist das Kyrie, Sanctus und Benedictus durch ein Gloria und Agnus Dei und publizierte die Teile als "Schwabenkindermesse". Weil die Ausgangspartitur dem Dirigenten Guntram Simma nicht voluminös und feierlich genug erschien, bearbeitete Ivan Karpati das Werk und setzte Bläserstimmen hinzu. Mit dem Einverständnis des Komponisten wurde die Messe nun in dieser Form erstmals aufgeführt. Engagiert und mit viel Einsatzbereitschaft sangen und spielten alle Beteiligten, trotzdem hinterließ die Messe einen zwiespältigen, eher unbefriedigenden Eindruck.

Auf den Effekt ausgerichtet

Die einzelnen Sätze der Messe wirkten in sich eher inhomogen, stellten quasi eine Zusammenschau von Versatzstücken dar, die effektvoll aneinander gereiht wurden. Dazwischen gelagert erklangen lyrische Melodien, die durch die Bläserbesetzung wirkungsvoll hindurch schimmerten und der Musik eine glanzvolle Färbung verliehen. Tiefe Register und Seufzermotive und dazu kontrastierende Holzbläserlinien waren der Ausgangspunkt für eine dramatische Steigerung im einleitenden Kyrie. Breit und mit einem in sich wiegenden Duktus versehen wurde das Sanctus gestaltet. Am Höhepunkt blieb der musikalische Fluss stehen, um einen spannungsgeladenen Übergang zum Benedictus zu schaffen. Hier kam mit chromatischen Linien der leidende Grundcharakter der Musik zum Ausdruck. Im abschließenden Agnus Dei, mit rufartigen Wechselmotiven und zahlreichen Leittonwirkungen, betonten die SängerInnen und MusikerInnen vor allem eine theatralische Grundstimmung.

Homogener Gesamtchor

Die ChorsängerInnen und das Orchester musizierten gut aufeinander abgestimmt. Für die Choreinstudierungen zeichneten Guntram Simma (Vorarlberger Madrigalchor), Johannes Pfefferkorn (Kirchenchor Schruns) und Stephan Debeur (Basilikachor Weingarten) verantwortlich. Die Solostimmen sangen die Sopranistin Judith Bechter und der Tenor Johannes Puchleitner mit einem guten Sinn für die Ausgestaltung des emotionalen Gehaltes. Sie unterstrichen den pathetischen Grundcharakter der Musik, ohne ihn allzu sehr zu 'strapazieren'. Zum Schluss stellte sich allerdings die Frage, ob es nicht doch besser ist, die Musik in dem Zusammenhang wirken zu lassen, für den sie entstanden ist, nämlich für den hervorragenden Film "Die Schwabenkindermesse" von Jo Baier. 

Collegium Instrumentale ließ aufhorchen

Mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart stellte das gut aufgestellte Collegium Instrumentale sein Können eindrücklich unter Beweis. Die StreicherInnen musizierten mit einem homogenen Gesamtklang und trotz der heiklen Akustik in der Hatlerdorfer Kirche wurden die thematischen Konturen transparent heraus gehoben. Beispielsweise entwickelten die betonten Motivgestalten in der Kirchensonate KV 258 eine treibende Kraft. Schlicht in der Anlage und innig im Ausdruck erklang das Offertorium "Sub tuum praesidium" (KV 198) von Wolfgang Amadeus Mozart. Judith Bechter und Johannes Puchleitner ergänzten sich klanglich gut. Ebenso so schön wurde auch das "Sancta Maria, mater dei" (KV 273) dargeboten. Einen Höhepunkt stellte das kontrapunktisch angelegte Werk "Misericordias Domini" (KV 222) dar, obwohl einige intonatorische Unsicherheiten auftraten. Stringent wurden die Tonlinien ineinander verflochten und mit einem fließenden Duktus ausgebreitet.

Voluminös und textdeutlich

Judith Bechter interpretierte das "Salve Regina" von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit viel dynamischer Ausdruckskraft. Nach einem etwas unsicheren Beginn des Orchesters unterstütze das Collegium Instrumentale die Sopranistin gut. Die Koloraturen des virtuosen Solopartes erklangen bemerkenswert ausgestaltet, wenngleich die Spitzentöne etwas grell aus dem Zusammenhang hervortraten. Das helle Timbre von Johannes Puchleitner charakterisierte die Kantate "Kommt, lasst uns anbeten" aus dem Psalm 95, op. 46 von Felix Mendelssohn-Bartholdy hervorragend. Textdeutlich sang der Tenor über einem starken Fundament, das ihm die tiefen Register des Orchesters boten. Eindringlich leitete Judith Bechter das "Kommt herzu" ein, das sodann vom Chor und Orchester hymnisch gesteigert und mit raumgreifenden Klangtürmen in einer guten Klangbalance in den Raum gestellt wurde. Guntram Simma leitete den großen Chor und das Orchester sicher und mit klarer Gestik. 

 
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